in Deutschland

Nach Auflösung der Poliklinik eröffnete 1991 Gujjula an gleicher Stelle seine eigene Arztpraxis.

Kurz nach dem Mauerfall, noch in den letzten Tagen der DDR, wurden die Kommunalwahlen 1990 wiederholt. Nach der damaligen Gesetzgebung konnte noch als Staatsbürger Indiens für die Stadtverordnetenversammlung in Altlandsberg kandidieren. Auf Anhieb wurde er mit der zweithöchsten Stimmenzahl Abgeordneter und leitete dann bis 1993 den Ausschuss für Bildung und Kultur. Während dieser Tätigkeit nahm er sich solcher Themen, wie „Gewalt in der Schule", „Vorbereitung der Bürger im Osten auf die Nachwendezeit" oder „Sind alle Menschen gleich?" an, organisierte Gesprächsrunden und diskutierte darüber mit vielen Jugendlichen und Bürgern der Stadt.

1993 wurden erneut Kommunalwahlen durchgeführt, allerdings nach bundesdeutschem Recht. Um erneut kandidieren zu können beantragte er die deutsche Staatsbürgerschaft, welche er auch kurz vor der Wahl erhielt. Er gründete zusammen mit dem Pfarrer Hr. Frieske "Bürger für Altlandsberg" und kandidierte für diese zum Bürgermeister. Er wurde - noch als Parteiloser - erstmalig zum Bürgermeister der Stadt Altlandsberg mit 62% der Stimmen gegen 4 andere Kandidaten, darunter von CDU, FDP und SPD, gewählt. Da er der erste frei gewählte ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Altlandsberg mit ausländischer Herkunft war, wurde seine Wahl nicht nur bundesweit, sondern auch international ein Medienereignis. Prompt wurde Gujjula und mit ihm auch seine Heimatstadt Altlandsberg international bekannt. So berichtete beispielsweise die New York Times am 19.12.1993 über seinen Wahlsieg unter dem Titel: "If Germany has fever can this doctor help?". Seit dieser Zeit steht Ravindra Gujjula vor allem für ein tolerantes Miteinander in Brandenburg. In der Wahlperiode zwischen 1993 und 1998 setzte er sich konsequent für die Umsetzung seines Wahlprogramms ein. Zwischenzeitlich trat er in die SPD ein und wurde im Jahre 1998 bei der Kommunalwahl mit 82% der Stimmen gegenüber dem Gegenkandidaten der CDU wiedergewählt. Nach der Gemeindegebietsreform 2003 wurde er von den Ortsbeiratsmitgliedern zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Altlandsberg OT und bei der Kommunalwahl 2008 in gleicher Funktion als Ortsvorsteher wieder gewählt.

Bei den Kommunalwahlen 2003 wurde er in den Kreistag des Landeskreises Märkisch-Oderland gewählt. Er erhielt dabei das landesweit beste Ergebnis (5.800 Stimmen) aller SPD-Kreistagskandidaten. Im Jahre 2008 wurde er mit 8.700 Stimmen Stimmen zum Kreistag wiedergewählt. Dies war landesweit für die SPD das zweitbeste Ergebnis.
2004 wurde er erstmalig in den Landesvorstand der SPD Brandenburg gewählt und ist in diesem bis heute tätig. Gujjula war zwischen 2007 und 2009 Landtagsabgeordneter für die SPD-Fraktion. Zur Bundestagswahl 2009 wurde er Direktkandidat der SPD für den Wahlkreis 60, welche er verlor.

Aktuell ist er heute im Landesvorstand der SPD Brandenburg tätig, ist Kreistagsabgeordneter, Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Altlandsberg und Ortsvorsteher der Stadt Altlandsberg (OT).